Zombies. München. Wohnungen.

Sie sind planlos. Sie sind hilflos. Sie sind am Ende. Seit Wochen schieben sie ihren Einkaufswagen mit Flachbildfernseher und Kaffeemaschine zwischen Stachus und Marienplatz hin und her. Sie sind Opfer des Kapitalismus – erfroren in der sozialen Kälte der Weltstadt mit Herz. Sie finden einfach kein Dach über dem Kopf.

In München gibt es 31.000 Wohnungen zu wenig. Eine Menge Holz. Eine Menge Menschen. Denn bei durchschnittlich 2,08 Personen pro Haushalt macht das satte 64.480 Obdachlose. Theoretisch zumindest. Das ist fast das Saarland, oder ganz Fulda – oder eben eine knappe Allianz-Arena voll.

Wohin mit den ganzen verlorenen Seelen? Die erwähnte Arena ist verplant – zumindest an diesem Wochenende. Außerdem schläft es sich in den Schalensitzen nicht sonderlich gut. Hotels sind auch ausgebucht. Blöde Champions League. Na gut, bleibt noch die Theresienwiese. Da ist Platz ohne Ende. Zumindest bis zum Oktoberfest.

Die Obdachlosen-Apocalypse kann abgewendet werden. Dafür ist allerdings ein beispielloser Akt der Güte von Nöten. Denn die 64.480 Wohnungslosen brauchen Zelte. Viele Zelte. Zelte aus Frankfurt.

Das Occupy Camp vor der EZB ist geräumt, die Protestler sind alle wieder daheim und schlafen wieder in ihren eigenen Betten. Ihre Zelte könnten jetzt im Schrank verstauben oder in München Existenzen retten. Ab an die Isar mit den Nylon-Häusern. Per Express! Sonst müssen die 64.480 theoretischen Seelen jämmerlich erfrieren oder sich in schimmeligen Kellern von Luxuswohnungen stapeln.

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